Der Betrieb von Christian van Teichman

Die Familie von Christian van Teichman in Ashford, Co. Wicklow, stammt ursprünglich aus Schlesien . Sie lebt und arbeitet mittlerweile  in der zweiten Generation auf dem Standort mit einer Milchkuhherde.

Seit Juni 2013 setzt der Betrieb die Melkrobotertechnik ein. Die Herde kalbt saisonal ab dem 1. Februar ab und wird am 15. Dezember trocken gestellt. Die mittlere Laktationsdauer beträgt 275 Tage.

Die Kühe nehmen im Schnitt 22,5 kg/TS/Tag auf, davon sind etwa 18 kg TS Gras und 4,5 kg TS Kraftfutter. Das Beweidungssystem wird nach dem AB Prinzip durchgeführt, dies bedeutet, dass die Kühe alle 12 Stunden frisches Weideland angeboten bekommen. Mit dem Wechsel von einer Weide zur anderen, passiert die Kuh den Melkroboter und wird bei einem bestehenden  Melkrecht gemolken. Zusätzlich können die Kühe aber auch die Liegebuchten im Stall nutzen. Die Kühe zeigen ein sehr gutes Zeitgefühl, und gehen sehr entschlossen und offensiv mit dem frischen Weideangebot um.

Eine Besonderheit auf dem Betrieb van Teichman ist das  Topping, hier mäht der Betriebsleiter täglich  während den Monaten Mai und Juni, die als nächste für die Kühe

vorgesehene Flächen (A+B Weide) mit der Mähmaschine ab. Die Kühe nehmen demnach das Mähgut

 von der Weide auf. Die Vorteile dieses Grünlandmanagements sind zum einen die gleichmäßige Nutzung der gesamten Parzelle und das daraus resultierende qualitativ, hochwertige Grünland ohne unerwünschte Gräser und Kräuter. Zwischen 2 Beweidungen derselben Fläche liegen jeweils 20-22 Tage. Der Betriebsleiter trifft zweimal täglich die Entscheidung wieviel Fläche er der Milchviehherde zur Verfügung stellt. Auf diese Weise fallen möglichst wenige Weidereste an und die Kühe werden zweimal täglich angeregt, schmackhaftes Grün auf zu nehmen. Christian van Teichman schätzt dass durch das Topping die Kühe eine erhöhte Futteraufnahme von ca. 2 kg TS/Tag haben. Die Parzellierung wird mit Elektrolitze und leichten Zaunpfählen durchgeführt, der Zeitaufwand hierfür wird mit 10 Minuten pro Tag und Parzelle angegeben. Auf dem Betrieb ist die Erschließung der Parzellen durch ein Weidewegnetz gesichert, als Investitionskosten hierfür wurden für Zaun, Tränken und Wegebau 15000 € angegeben. Das Wegenetz beträgt auf dem Betrieb ca. 1,5 km, die Kosten pro laufenden Meter Weideweg (inklusive Weg, Zaun und Tränken) belaufen sich somit auf 10€.  Ungefähr alle 100m sind Tränken an den Weidewegen platziert, neben den kurzen Laufwegen für die Tiere, kann somit eine Beschädigung der Grasnarbe durch übermäßige Trittbelastung verhindert werden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die hohe Zahl der Eingangstore entlang der Weidewege, die ebenfalls eine Beschädigung der Grasnarbe oder gar eine Verschlammung in diesen Bereichen effizient verhindern. 

Wegen der Aufstockung der Milchviehherde ist die Jungviehaufzucht auf einen Betrieb in der Nachbarschaft ausgelagert worden. Der Betriebsleiterbekommt die Färsen kurz vor der Kalbung zurück, die Kosten belaufen sich knapp über einen Euro pro Tier und Tag für die gesamte Aufzuchtperiode. Hierbei sind die Kosten im ersten Aufzuchtjahr etwas höher an zu setzen als im zweiten Jahr. Die Besamungskosten werden mit 60€/Kuh und Jahr veranschlagt. 

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