Es gibt sie noch die blühenden Wiesen!

Naturschutz durch Landwirtschaftliche Nutzung

Grünland ist eine mit Gräsern und Kräutern bewachsene Fläche, die unter den Bedingungen Mitteleuropas überwiegend erst durch menschliche Eingriffe entstanden ist. Eine landwirtschaftliche Nutzung oder „Plege“ ist daher für deren Erhalt essentiell.

In den vergangenen 50 Jahren hat Luxemburg jedoch einen immensen Rückgang der Biodiversität im Grünland zu verzeichnen. Eine Studie1 hat ergeben, daß zwischen 1962 und 1999, 82 % der Feuchtgebiete sowie 34% der Trockenrasen und Heiden zurückgegangen sind. Rezent beobachten wir in Luxemburg eine Tendenz zum Grünlandumbruch und anschließender Ackernutzung. Grünland bringt jedoch zahlreiche Ökosystemdienstleistungen mit sich, wie Erosionsschutz, Hochwasserschutz, Wasserqualitätsschutz, etc. die hierdurch vermindert werden.
Das Biotopkataster, welches vom Nachhaltigkeitsministerium zwischen 2008-2012 landesweit erstellt wurde, zeigt, daß viele Restbestände von hoch gefährdeten Lebensräumen in Luxemburg noch vorkommen. Nun gilt es diese zu sichern beziehungsweise wiederherzustellen damit die an diese gebundenen Tier- und Planzenarten eine Chance haben. 

Nationale Entschädigungsinstrumente im Grünlandschutz

Die zentrale Bedeutung der ofenen Landschaft für viele Tiere und Planzen kann nur gesichert werden wenn viele Partner ko- operativ zusammen arbeiten. Die Kooperation zwischen Land- wirten und Naturschützern ist somit die grundlegende Voraussetzung für die Umsetzung von Naturschutzzielen in der Praxis.

Mit dem Biodiversitätsprogramm («Règlement grand-ducal du 10 septembre 2012 instituant un ensemble de régimes d’aides pour la sauvegarde de la diversité biologique en milieu rural, viticole et forestier») wird das erfolgreiche Programm aus dem Jahr 2002 nach nunmehr 10 Jahren fortgeführt und in wesentlichen Punkten erweitert. Die Bilanz des landwirtschaftlichen Jahres 2012 zeigt daß die Programme gut angenommen werden: 525 Kontrakte auf 4.957 ha Fläche konnten abgeschlossen werden. Dies führte zu Auszah- lungen von 1,67 mio € Ausgleichsprämien für den Mehraufwand respektive um den Ertragsausfall zu kompensieren.

Das Biodiversitätsprogramm ergänzt das Umweltprogramm des Landwirtschaftsministeriums («Régimes d’aides relatifs à la protection de l’environnement et à l’entretien de l’espace naturel» vom 26. August 2009). Obwohl hier kein gezielter Artenschutz erzielt wird, kann eine extensivere Form der Landbewirtschaf- tung im Einklang mit der Natur vielen Arten förderlich sein. 2012 konnten 1634 Kontrakte abgeschlossen werden und 3,729 Mio € ausbe- zahlt werden. 2013 haben 889 Betriebe sich an diesen Programmen beteiligt.

Im Zusammenspiel beider Programme, stehen dem Großherzogtum Luxemburg Instrumente zur Verfügung, mit denen «Naturschutz durch Nutzung» sowohl unter Berücksichtigung der Anforderungen des Arten-und Biotopschutzes, wie auch unter denjenigen der wirtschaftlichen Erfordernisse einer leistungsfähigen Landwirtschaft nachhaltig umgesetzt werden kann.

Zwei konkrete Artenschutz-Projekte von natur&ëmwelt im Grünlandschutz: LIFE Eislek und LIFE Orchis. 

LIFE Projekte sind durch die Europäische Union co-inanzierte Projekte zur Renaturierung des Erhaltungszu- standes der Biotope sowie der Arten des Natura 2000 Netzwerkes. 

Das LIFE Eislek Projekt 

Das LIFE Orchis Projekt 

Schnell gelesen

  • Grünland bringt zahlreiche Ökosystemdienstleistungen mit sich
  • Landwirte und Naturschützer eng zusammen zu beiderseitigem Vorteil. 
  • Ansprechpartner: Natur- und Forstverwaltung, die biologischen Stationen, landwirtschaftlichen Berater der Naturparke, natur&ëmwelt, Landwirtschaftskammer. 

Weiter Infos

www.naturemwelt.lu

Artikel im PDF Format

Dieser Artikel wurde in der Broschüre der Intarnationalen Grünlandtage 2015 in Sankt-Wendel / Saarland veröffentlicht.

>> zur IGLT-Broschüre 2015

Autoren / Kontakt

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