Heutrocknung Technik

Technik  

1. Prinzip der Heulüftung

Heutrocknung ist die hohe Kunst mit möglichst wenig Energieverbrauch einen maximalen Trocknungserfolg zu erzielen!

 

Die Trocknungsluft:

  • Bringt die zur Verdunstung notwendige Wärmeenergie
  • Nimmt den Wasserdampf auf und transportiert ihn ab

Je geringer der Feuchtigkeitsgehalt, desto kürzer ist die Trocknungsdauer. 

Je höher der Wassergehalt im Erntegut, desto wichtiger wird eine optimale Belüftungstechnik in Verbindung mit Feingefühl bei der Anlagensteuerung! 

 

2. Verfahrenstechniken

  • Offener Kreislauf (Frisch- luftbetrieb) am Tag 
  • Geschlossener Kreislauf (Umluftbetrieb) in der Nacht oder bei feuchtem Wetter

 

Kaltbelüftung

Warmbelüftung (einzeln oder in Kombination)

 
Externe Wärmequelle (Holz, Öl, Strom, Biogas)
Entfeuchtungsanlagen
Unterdachabsaugung (Sonnenkollektoren)
  • nutzt die Sonnenenergie
  • steigert die Leistung von Heutrocknungsanlagen
  • 2-3 m2 Dachkollektorfläche pro m2 belüftete Boxenfläche

Sonderfall Ballentrocknung

Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme

3. Grundlagen der Heubelüftung

Gute Durchlüftung entscheidend

  • Trocknungsboxen gleichmäßig befüllen
  • Verdichtete Stellen vermeiden, werden von der Luft umströmt und verderben leicht
  • Liegt das Futter zu locker (bei geringen Stockhöhen und entlang der Boxenwände) kommt es zu Luftverlusten

Trocknungsboxen richtig dimensionieren

  • Am Anfang maximal 2 m hohe Schicht ablegen
  • Diese sollte nach 3-5 Tagen trocken sein 
  • Danach Schichten von +/- 1 m ablegen (etwa 25 m2/ha Erntefläche)
  • Heustockhöhe von mehr als 6 m ist nicht empfehlenswert. (Heudichte: 70-90 kg/m³)
  • Boxenflächenbedarf: 1-2 m2/ t TM
  • Boxenvolumen sollte mindestens 30 m3 betragen

 

 Achtung auf folgende Gefahren

  • Bildung von Schimmelpilzen bei zu langer Trocknungszeit
  • Selbstentzündung bei Heutemperatur > 35°C
  • Farmerlunge bei Staub und Pilzen
  • Rückkondensation durch Fehleinstellungen der Anlage

4. Futteraufbereitung

Je niedriger der Anfangswassergehalt des Futters ist, umso geringer ist der Energieaufwand bei der Trocknung, deshalb:

  • Abgetrocknetes Futter mähen
  • Trocknungsvorgang beschleunigen durch Aufbereiter bei der Mahd 
  • Je nach Witterung das Futter zwei- bis dreimal zetten
  • Beim Zetten zwischen Längs- und Querfahrtrichtung wechseln 
  • Richtige Maschineneinstellung beachten (Arbeitstiefe, Drehzahl)
  • Erst bei 45-65% TS einfahren
  • Meist wird am ersten Tag gemäht, am Folgetag spätnachmittags eingefahren