Projekt Autograssmilk

Das AutoGrassMilk- Projekt

Das EU-Projekt Autograssmilk (AGM) möchte dem Vorurteil, dass Weidehaltung und Melkroboter nicht vereinbar sind, entgegenwirken. Die Kombination von modernster Melktechnik und traditionellem Weidegang ist systembedingt mit einigen Schwierigkeiten verknüpft. 

Die Weide muss permanent zugänglich sein um eine adäquate Melkfrequenz zu erreichen. Dies stellt hohe Ansprüche an die Weidewege und die Parzellierung der Weidefläche. Intelligente Selektionstore, entweder am Melkroboter und/ oder am Stallausgang, regeln den Kuhverkehr zu den Weiden. Dies gestaltet sich besonders schwierig bei einer hohen Auslastung des Melkroboters und bei hohen Weidefutteraufnahmen. Das luxemburgische Pilotbetriebsnetz besteht aus vier Milchviehbetrieben, davon ein Biobetrieb, welche Weide mit automatischem Melksystem verbinden. Eine Analyse der irischen Beratungsfirma Grasstec ergab auf diesen Betrieben Defizite in der Steuerung des Kuhverkehrs und in der Gestaltung der Weidewege.

Im europäischen Ausland, speziell in Irland, sind diese Systeme bereits länger in Betrieb und dementsprechend ausgereifter.

Vorstellung von Projektresultaten

Das AutoGrassMilk-Team stellt Ihnen vor wie Sie die Weide optimal mit dem Melkroboter kombinieren können.

Freitag, den 15. Januar
Im Festsaal des Lycée Technique Agricole 

 

Das irische Weidesystem:

Auf der grünen Insel leben 4 Millionen Menschen und 1,2 Millionen Milchkühe, über 90% der Tiere werden fast ausschließlich auf der Weide gehalten. Die meisten (80%) Milchviehbetriebe praktizieren saisonale Abkalbung im Frühjahr (Ziel: Abkalbungen ab dem 15. Februar bis Ende März) und die Tiere sind ab der Kalbung bis Ende November auf der Weide. Neben dem frischen Gras werden weniger als eine Tonne Kraftfutter pro Kuh und Jahr gefüttert. Im Dezember und Januar werden alle Tiere trockengestellt.

Beeinflusst durch die klimatischen Effekte des Golfstromes, mit konstant hohen Niederschlägen, konnte sich dieses intensive Weidesystem entwickeln.

Die irischen Landwirte sind sehr darauf bedacht, Verbiss und Trittschäden, sowie das Aufkommen von weniger schmackhaften Pflanzen in der Grasnarbe zu verhindern. Die Größe der Parzelle wird täglich an die Tierzahl und den entsprechenden Weidefutterbedarf angepasst. Beim Wechsel zur nächsten frischen Weidefläche ist ein Besuch des Melkroboters Pflicht. Mit dieser frischen und dem entsprechend schmackhaften Parzelle wird das freiwillige Aufsuchen des Melkroboters erreicht. Durch viele Anpassungen an die bestehenden individuellen Betriebsmerkmale wird betriebsspezifisch Wirtschaftlichkeit, Weidemanagement, Fruchtbarkeit, Eutergesundheit, etc. optimiert

Die Studienreise:

Angeregt durch die Analyse der Weidesysteme unserer Pilotbetriebe, organisierte das luxemburgische Autograssmilk-Team Ende Mai, eine Studienreise nach Irland, um sich vor Ort mit der Kombination von Weidegang und Robotermelken zu beschäftigen. Die Pilotbetriebe des Autograssmilk-Projektes haben den Wunsch geäußert sich die irischen Weidesysteme vor Ort anzuschauen, um Ideen für eine effizientere Arbeitsweise zu sammeln und diese dann auf dem eigenen Betrieb um zu setzen. Drei Betriebsleiter sind in Begleitung von Ausbildern und Beratern nach Irland geflogen und wurden dort von der Firma Grasstec zu vier ganz unterschiedlichen Milchbetrieben begleitet. Alle Teilnehmer der Studienreise waren beindruckt von den vielen innovativen Denkansätzen und wollen diese dann auch im Rahmen des Autograssmilk-Projektes auf dem eigenen Betrieb umsetzen. Alle Betriebsleiter sind sich des hohen Optimierungspotentials im Weidemanagement bewusst. Nur ein konsequent optimierter Weidegang bringt die erwünschte Arbeits- und Futtereffizienz (höheres Einkommen mit weniger Arbeit). 

Über das Projekt

AutoGrassMilk ist ein europäisches Projekt.
Die Partner in Luxemburg sind: 

http://autograssmilk.dk